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Kriegsdienst Verweigerung

Um Zivildienst oder eine Zivildienstersatzleistung zu machen, musst du Zivildienstpflichtig sein. Dazu gehört auch eine Kriegsdienst Verweigerung (KDV). Bei einer Kriegsdienst Verweigerung, musst du deine Gewissensentscheidung beschreiben, warum du nicht in der Lage bist den Dienst an der Waffe zu leisten. Ein guter Grund hierfür ist immer der Hinweis auf eine gewaltfreie Erziehung. Genau so gut ist der Hinweis auf eine antiautoritäre Erziehung. Was will man schließlich beim Bund, wenn man keine Befehle entgegen nehmen kann?
Wenn du Mitglied in einer religiösen Vereinigung bist, bringt auch das plus Punkte. Des weiterem lohnt es sich auch auf die Schrecken der letzten Kriege hinzuweisen.

Eine gute Verweigerung besteht normalerweise aus drei Teilen. Dem Anschreiben, der eigentlichen Verweigerung und einem kurzen Lebenslauf.

Es gibt keine festen Vorschriften für die eigentliche Kriegsdienst Verweigerung. Ich empfehle euch jedoch einen sachlichen Ton und mindestens eine volle Seite Text. Mir sind viele Fälle bekannt, in welchen die Verweigerung vorläufig abgelehnt wurde, weil sie einfach nicht umfangreich genug war.

Um euch die Arbeit etwas leichter zu gestalten, könnt ihr hier ein Beispiel Verweigerungsschreiben sehen. Bitte tippt dieses Schreiben aber nicht einfach nur ab, sondern legt eure eigenen persönlichen Gründe vor!

Beispiel Kriegsdienst Verweigerung


Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit beantrage ich die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer nach Artikel 4 Abs. 3 des Grundgesetzes.

Bereits seit frühster Kindheit habe ich eine gewaltfreie Erziehung erfahren. Probleme wurden prinzipiell durch Aussprachen und durch Diskussionen gelöst.

In der heutigen Zeit muss man Probleme nicht mehr mit Gewalt lösen. Die Vergangenheit hat gezeigt das militärische Auseinandersetzungen immer nur neues Übel nach sich ziehen. Die Bundeswehr existiert angeblich zur Friedenssicherung, aber Frieden kann niemals durch rohe Waffengewalt erzwungen werden. Es ist für mich von meinen tiefsten moralischen Empfindungen heraus einfach nicht möglich eine Waffe auf jemanden zu richten, geschweige denn eine Person zu töten.

In unserer Gesellschaft sind christliche Werte stark verankert. Gerade in der Bibel wird aber das Leben als höchstes Gut gepriesen und auch die Menschenrechte garantieren ein Recht auf Leben. In meinen Augen verstößt ein gewaltsames Aufeinandertreffen jeglicher Art gegen die wichtigsten Grundsätze im zwischenmenschlichen Zusammenleben.

Meine Großeltern haben mir in der Vergangenheit viel über die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges erzählt. Auch in der Schule haben wir uns intensiv mit dieser Zeitepoche beschäftigt. Dieser Krieg hat gezeigt, dass ganze Völker wegen ihres Glaubens vergast werden können, dass ganze Länder wegen ihrer Hautfarbe geächtet werden können, dass Grausamkeiten jeglicher Art an der Tagesordnung stehen und dass Menschen sich gegenseitig verdächtigen und sogar töten. Um es kurz zu fassen: dieser Krieg, genau wie jeder andere Krieg, hat uns gezeigt, dass ein Menschenleben in Kriegzeiten nicht mehr Wert ist als ein Bauer auf einem Schachfeld.

Im Falle eines Krieges kann es jederzeit passieren, dass auch ich zu einen dieser Bauern werde, welcher zur Opferung freigegeben wird. Ich möchte daher lieber meine Zeit darauf verwenden, aktiv dafür zu sorgen, dass Deutschland an keinen weiteren Krieg beteiligt ist. Mit einem Dienst an der Waffe würde ich aber genau das Gegenteil davon ereichen.

Auch wenn ein Einzelner nicht viel Bewegen kann, so ist doch der Beitrag vieler Einzelpersonen eine ganze Menge Wert. Deswegen möchte ich die Dienstzeit dafür nutzen meine oben beschrieben Vorstellungen zu unterstützten.

Ich hoffe ich konnte ihnen meine Gründe für eine Verweigerung des Dienstes an der Waffe ausreichend darlegen.

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann