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Erfahrungsbericht - Tansania

Autor: Gabriel S.
Projekt: Schreinerei Amani-Center Kilolo
Träger: Amani Kinderdorf e.V. 



Abschlussbericht unseres Freiwilligen Gabriel S. Schreinerei Amani-Center Kilolo August 2007

Aufbau Schreinerei


Anfangs gab es eine leerstehende Lagerhalle, wobei einige Maschinen und Holz schon vorhanden waren. Leider konnte ich nicht sofort mit der Arbeit beginnen, da noch kein Strom vorhanden war. Zusammen mit einigen Arbeitern vom Center haben wir die Maschinen platziert und die Werkstatt provisorisch eingerichtet. Nach ca. einem Monat hab ich zusammen mit Elektrikern begonnen, die Stromkabel zu legen. Im November hat das Wasserkraftwerk endlich Strom gebracht, und wir haben begonnnen, die Maschinen zu testen. Bis auf die Abrichte haben alle Maschinen funktioniert. Bei der Abrichthobelmaschine hat der Motor zu viel Strom gesaugt, was bei jedem Einschalten der Maschine zu einem Stromausfall führte. Daraufhin versuchte ich einen Motor zu organisieren und pendelte oft mit Elektrikern zwischen Iringa und Kilolo hin und her. Nach zwei anstrengenden Monaten und vielen Bemühungen gelang es uns, einen passenden Motor zu organisieren. Nun konnte die Arbeit beginnen, und es wurde Timo Mbegalo, ein tansanischen Schreiner, eingestellt.
Zusammen haben wir im Laufe unserer Arbeit Reparaturen im Kinderdorf vorgenommen und Fenster, Türen und Möbel angefertigt. Ein großer Teil der Arbeit auch hat daraus bestanden anderen Schreinern aus der Umgebung mithilfe der Maschinen ihr Holz zu bearbeiten (Zuschneiden, Hobeln, Nuten, Fältzen und Bohren). Dieser Arbeitsablauf setzte sich bis jetzt hindurch.

Leben im Kinderdorf Kilolo


Die Zeit in Kilolo hat sich nach den anfänglichen Problemen (Strom, deshalb fehlende Arbeit, Sprache) wirklich schön gestaltet. Tags über war ich hauptsächlich mit der Arbeit beschäftigt. Am Nachmittag bzw. Abend nach der Arbeit habe ich mich je nach „Bedarf“ mit den Kindern beschäftig ( Fußball, Karten, Fangen spielen) oder mich zurück gezogen und nur die angenehme Ruhe der wunderschönen ländlichen Gegend genossen. An anderen Tagen wiederum habe ich den Hausmüttern unter die Arme gegriffen oder mich mit Mama Erika (Managerin des Kinderdorfes) unterhalten bzw. organisatorische Sachen besprochen.
Mit den Kindern, Hausmüttern, Helfern und Mama Erkia hatte ich immer ein sehr angenehmes und herzliches Verhältnis. Alle haben mich in Sachen Eingewöhnung und Sprache bei jeder Kleinigkeit unterstützt.
Hier im Kinderdorf hatte wirklich ein sehr schönes und lehrreiches Jahr und ich denke, dass es meinen Nachfolgern in dieser Hinsicht nicht anders ergehen wird.

Momentane Situation


Als Mitte August Mathias, mein Nachfolger, und der Container eintrafen, haben wir die Schreinerei innen weiter ausgebaut. Somit haben wir jetzt einen Bankraum mit einer guten Ausstattung von Handmaschinen und -werkzeugen. Weiterhin haben wir ein Carport zur Holzlagerung und –trocknung geplant und vorbereitet.

Schreinerei-Ausstattung


Maschinen Handmaschinen Handwerkzeuge
Dickenhobelmaschine
Abrichthobelmaschine
Formatkreissäge
Tischfräse
Bandsäge
Handoberfräse
Handkreissäge
Stichsäge
Bandschleifer (jedoch ohne Schleifband)
2 Bohrmaschinen
2 Akkuschrauber
Heisluftföhn
Schweißgerät
Nass/Trocken Eisenschleifer
Standartsatz an Tischlerwerkzeugen

Mitarbeiter


Timo Mbegalo (seit Feb 2007)
Mathias Mundt (Freiwilligendienst seit Aug. 2007)
Gabriel Straub (Freiwilligendienst Aug. 2006 - Aug. 2007)

In Planung


Carport zur Holzlagerung /-trocknung
eventuell Einstellung eines weiteren Gesellen bzw. Schaffung eines Ausbildungsplatzes
Anfertigung exklusiverer / qualitativerer Möbel für „Wohlhabendere“
Anschaffung einer Absauganlage
Vergrößerung der Schreinerei durch weitere Werkzeuge

Resümee


Anfänglich war es sehr schwierig sich an die afrikanische Art und Weise zu arbeiten zu gewöhnen. Nach der Lösung des Motorproblems konnte ich anfangen, richtig zu arbeiten, und es war schön zu sehen, dass mehr und mehr Aufträge kamen. Durch diese Entwicklung bin ich leider nicht dazu gekommen, die Schreinerei weiter auszubauen. Trotz der teils fehlenden Ausstattung, lief die Schreinerei recht gut. Es ist schön zu sehen, dass sich die Schreinerei zu einem festen Bestandteil von Kilolo entwickelt hat und von der Umgebung angenommen wurde. Mich freut es, dass ich vielen Schreinern aus der Umgebung helfen konnte und somit in diesem Jahr sinnvolle Arbeit verrichten konnte.
Dieses Jahr hat mich persönlich, sprachlich, arbeitstechnisch und organisatorisch ein gutes Stück weiter gebracht. Nachdem in Kilolo Kisuaheli die Umgangssprache ist, und nur wenig Leute Englisch sprechen, fiel es mir recht leicht, mich in die Sprache einzufinden. Durch die Schreinerei habe ich im Handwerk positive und auch negative Erfahrungen gemacht und habe gelernt Verantwortung und Leitung zu übernehmen.
Da ich immer tiefer in die Kultur eingetaucht bin, viele Leute kennen gelernt und viele andere Ansichten gewonnen haben, hat mich dieses Jahr sehr reifen lassen.
Im Allgemeinen war es ein super schönes Jahr das ich auf keinen Fall missen möchte.

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