Das FSJ und ADiA Informationsportal

Menu:


Login:

Name

Passwort
Registrieren

Workcamps:

- im Kinderheim
- mit Behinderten




Forum:

Freiwill...
Ecuador...
Auslands...
Freiwill...
ORGANISA...

Erfahrungsbericht - Brasilien

Autor: Gabi Herr
Projekt: Kindertages- u. Familienbildungsstätte für unter- u. mangelernährte Kinder u. ihre Familien
Träger: SEARA e.V.



Erfahrungsbericht zum Anderen Dienst im Ausland bei SEARA

Am 9.11.2006 habe ich Deutschland verlassen und meiner Familie, meinen Freunden und Berlin für ein Jahr: „Lebe wohl!“, gesagt. Nach knapp 32 Stunden Flug kam ich in meiner neuen Heimat Santarém an. Leo, mein voluntário-Kollege, hatte mir gesagt, dass man mich am Flughafen abholen würde. Ich konnte gleich Bekanntschaft mit brasilianischer Gelassenheit machen, denn es war niemand da.
Nach 15 Minuten kam eine ältere Frau auf mich zu und stellte sich als Rosilda vor, die Schatzmeisterin bei SEARA und auch für die Zivis zuständig. Sie sagte, dass die anderen eigentlich auch da sein müssten, aber sie schienen sich zu verspäten. Nach weiteren fünf Minuten sind wir dann los, denn Rosilda meinte es gäbe nur einen Weg und sie müssten uns entgegenkommen. Im Gespräch mit ihr konnte ich gleich meine ersten Brocken Portugiesisch ausprobieren und nach knapp einer halben Stunde Fahrt durch die Stadt kamen wir im Kindergarten an. Dort begrüßte mich Anja, meine voluntéria-Kollegin, mit offenen Armen. Sie sagte die anderen hätten schon längst am Flughafen sein müssen und nachdem sie zehn Minuten später auch kamen, stellte sich heraus, dass sie im Flughafen Café saßen und nicht mitbekommen hatten, dass mein Flugzeug schon gelandet ist, denn es war zu früh.
Seja bem vindos!!!
Mit diesem Satz begrüßte mich jeder Angestellte im Kindergarten und danach ging es erst mal ins Zivihaus, dass mein Zuhause für die nächsten 12 Monate werden sollte. Keine fünf Minuten vom Kindergarten lebte ich zusammen mit Leo, der seit Februar seinen ADiA machte, und Anja, die drei Wochen vor mir als Ergotherapeutin gekommen ist.
Am Abend gab es gleich eine kleine Feier zu meiner Begrüßung mit Lenice, der Chefin vom Kindergarten und Edilson einem weiteren Mitarbeiter und seiner Familie. Ich selbst habe davon nur wenig mitbekommen, denn ich war zu müde und konnte dem portugiesischen Stimmengewirr noch nicht folgen.
Am nächsten Tag kam ich gleich mit zu SEARA und wurde von Leo in die Abläufe eingeführt. Für uns hieß es um halb sechs mit der Sonne aufstehen um drei Gruppenräume zu putzen. Halb acht gab es Frühstück und so langsam trudelten die Eltern mit ihren Kindern ein.
In den ersten zwei Monaten hieß es dann für mich Küchendienst. Ich half unter Anleitung von Rosiane und Eliete Gemüse zu schneiden, Bohneneintopf und Brei zu kochen, Lebensmittel zu konservieren, Speisepläne zu erstellen und die Speisekammern und Tiefkühlschränke sauber und ordentlich zu halten.
Während die Kinder zu Mittag aßen, wurde das Bad geputzt und danach der Speisesaal. Die Kinder machten dann alle Mittagsschlaf und für die Angestellten gab es Essen und danach eine Mittagspause. Diese verbrachte ich oft mit Schlafen, kleineren Arbeiten im Garten vom Zivihaus, Lesen, Aufräumen oder fuhr ins Stadtzentrum um Besorgungen zu machen.
In der Regel ging es um vier dann noch einmal für zwei Stunden in den Kindergarten. Der Speisesaal musste nach dem Abendbrot noch einmal geputzt und die Kinder am Tor verabschiedet werden. Manchmal trösteten wir auch die Kinder, deren Eltern zu spät kamen.
Zu Weinachten wurden die Kinder für einen Monat in die Ferien entlassen. Wir verbrachten Weinachten mit Freunden und Silvester an einem wunderschönen weißen Strand.
Im Januar haben wir uns um Instandhaltungsarbeiten im Kindergarten gekümmert. So mussten zum Beispiel 140 neue, gespendete Stühle gestrichen und auch die Gruppenräume etwas aufgepäppelt werden. Lenice, der Chefin vom Kindergarten und sehr guten Freundin, habe ich bei der Erstellung des Jahresberichts geholfen sowie bei den Einschreibungen für das neue Jahr. Da die Stadt die Gehälter der Erzieher nicht bezahlen wollte, waren leider auch im Februar keine Kinder da und so machten wir weiter kleinere Arbeiten im Garten oder zur Vorbereitung der neuen Bibliothek.
Als die Kinder zurückkamen hieß es auch sofort Berichte für das Patenschaftsprojekt schreiben und neue Familien aufnehmen. Leo hatte mir alles gezeigt und mir schon einige der 20 Familien vorgestellt, wodurch das Einarbeiten in diese sehr interessante Arbeit etwas schneller ging. Ich hatte die Möglichkeit, die Umstände vieler Familien näher kennen zu lernen und zu verstehen. Dies wurde auch durch die Hausbesuche ermöglicht. Diese durfte ich begleiten und werden insgesamt drei Mal im Jahr durchgeführt.
Im Januar ging Leo zurück und dafür kam im Mai Sebastian. Anja blieb bis August und ist in dieser ganzen Zeit eine sehr gute Freundin geworden. Im September kam schon meine Ablösung Phillip. Mit allen hatte ich eine richtig gute Zeit. Ebenso wie viele Mitarbeiter sind sie gute Freunde geworden und haben dazu beigetragen, dass es ein tolles Jahr wurde und nicht nur die Arbeit ein Vergnügen war.
An den Wochenenden haben wir oft Ausflüge unternommen um die Flüsse, die Strände, die Menschen, die Natur, die Tiere und natürlich auch die Feste zu erkunden. Wenn mir zum Beispiel vorher jemand gesagt hätte, dass es im Urwald solch schöne Strände gibt hätte ich ihm nicht geglaubt.
Im Juli hatte ich meinen Monat Urlaub genommen und damit die Möglichkeit den Nordosten Brasiliens zu erkunden.
Als ich zurückkam, waren die Sommerferien gerade vorbei. Es gab einige neue Kinder und Anja hatte sich zum Abschluss den Bau einer Spielwand überlegt. Ich habe ihr geholfen, ihre Ideen umzusetzen und auch eigene verwirklicht. Als ich dann gesehen habe, wie sehr sich die Kinder darüber freuen, war das natürlich eine unheimliche Bestätigung für meine Arbeit. Da auch meine Zeit sich dem Ende neigte, habe ich mich verstärkt dem gewidmet, was sowieso am meisten Spaß machte: mit den Kindern spielen. Alle sind immer ganz begeistert, wenn man mit ihnen Fußball spielt oder sie durch den Sand zieht und mit ihnen tobt.
Im Nachhinein kann ich sagen, das SEARA das beste war, was mir passieren konnte und ich meine Zeit genossen habe. Ich habe zwar auch mal Überstunden gemacht oder an einem Samstag gearbeitet, aber das hat nie gestört. Es ist schön zu sehen, wie etwas mit der eigenen Hilfe wächst und sich entwickelt. Es war, zum Ärger der Erzieherinnen, echt schön zu sehen, wenn die Kinder beim Essen aufgestanden sind und sich an mein Bein geklammert haben, weil ich am falschen Tisch gestanden habe.
Dazu kam, dass nicht nur die Arbeit stimmte, sondern auch die Kollegen, das Wetter, die Umgebung, die Freunde und eigentlich fast alles.

Diese Zeit werd ich mit Sicherheit nicht vergessen

Karsten

Voluntário 10.11.2006 bis 1.11.2007

Ein Kommentar zu diesem Bericht schreiben

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:

vlcNgXSYIA schrieb am 22.03.16 um 19:58 Uhr:
No more s***. All posts of this qutaily from now on

Einen Kommentar zu diesem Bericht schreiben