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Erfahrungsbericht - Uganda

Autor: Hans
Projekt: Grundschule
Träger: ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.



Hallo Freunde,

in Uganda ist es heute heiss. Der Sommer ist angebrochen, und das obwohl wir ein paar Grad noerdlich des Aequators liegen. Und nicht nur das Wetter ist heiss, sondern auch die politische Stimmung. Vorgestern ist der Praesidentschaftskandidat der Partei Forum for Democratic Change (FDC) verhaftet worden. Er ist der populaerste Oppositionsfuehrer und vor einigen Wochen aus einem vierjaehrigen Exil nach Uganda zurueckgekehrt, um fuer die kommende Praesidentschaftswahl anzutreten.
Die Anklagepunkte sind Landesverrat, Aufruf zum Landesverrat und weil den Oberen das noch nicht sicher genug war, Vergewaltigung. Diese Anklagepunkte scheinen eine Erfindung zu sein, um ihn aus der Wahl zu halten. Aber auch wenn sie wahr sein sollten - man weiss hier nie - der Zeitpunkt ist denkbar ungeeignet, um einen so politischen Fall zu behandeln. Seit Montag herrschen Unruhen in Kampala, der Hauptstadt, und sogar in Jinja haben "Anti-Riot"-Polizisten eine Demonstration aufgerieben. Die indischen Supermaerkte und viele Laeden waren daher gestern geschlossen und in Kampala ist dies schon seit Montag bis heute der Fall. Ein paar brennende Regierungsautos, eine Menge Traenengas und leider seit Montagnachmittag ein Toter - fast Pariser Verhaeltnisse.
In Jinja ist die Sicherheitslage aufgrund der vielen Sicherheitskraefte sehr gut. Die Stadt war heute ruhig und auch die Botschaft ist weit davon entfernt, die Lage als gefaehrlich einzuschaetzen. Anlass zur Sorge besteht also fuer uns derzeit wirklich nicht und ich nehme an, dass sich die Lage in Kampala heute wieder weitgehend beruhigt hat. Der Prozess, der heute beginnen sollte, wurde uebrigens witzigerweise verzoegert, da die Akte des Praesidentschaftskanidaten von gestern auf heute(!) verschwunden ist. Jaja, da merkt man doch, dass man in Afrika ist (Ich bin am Montag auch Zeuge eines Exorzismus geworden. An Geister glauben ja viele Deutsche auch, aber ein Exorzismus?).
Der Bau der Bibliothek ist mittlerweile recht weit vorangeschritten. Sobald die Mauern fertig sind, werden wir allerdings warten muessen, bis genug Geld fuer das Dach vorhanden sein wird (etwa tausend Euro). Wir freuen uns ueber jede Unterstuetzung und einen herzlichen Dank an alle, die bereits geholfen haben, oder helfen moechten.
Also: Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

In diesem Sinne, Hans

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:

Decay schrieb am 09.05.12 um 13:20 Uhr:
Hallo Hans,
ich weiß ja nicht, wie es den anderen geht aber ich hätte mir in deinem Bericht mehr Informationen über deine Arbeit gewünscht. Dass die politische Situation auch wichtig und ernstzunehmend ist, verstehe ich, aber für mich wären deine persönlichen FSJ-Erfahrungen interessanter gewesen.
Trotzdem gut und informativ geschrieben, vielen Dank!

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