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Erfahrungsbericht - Italien

Autor: Sebastian
Projekt: Together I
Träger: ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.



Ich bin Sebastian und ich mache grade meinen Europäischen Freiwilligendienst in Forlì, welches ein kleines Städtchen in der Nähe von Bologna ist.

Mein eigentliches Wunschland war Spanien, aber ich bin ganz glücklich, dass das nicht geklappt hat, dafür fühl ich mich hier zu wohl.

Ich hab mich letztes Jahr, kurz vor Ende der Bewerbungsfrist, beim ICJA beworben und während des Infoseminars auch schon meine Wunschländer geändert; am Anfang gab’s für mich nur Spanien. Das Infoseminar selbst hat mir im eigentlichen Sinne nicht so viel gebracht, das soll ja eigentlich der Entscheidungsfindung dienen, wenn ich das richtig verstanden habe. Für mich stand es eigentlich schon von vornherein fest, dass ich SVE machen will, es fehlten halt nur noch die Formalitäten. Übrigens nochmal danke für das zweite Seminar im Juni, ich hoffe ich seh die Leute alle nach der Rückkehr wieder. Nach dem Einreichen der Unterlagen und einiger Schwierigkeiten gab’s dann für mich dieses Projekt in Forlì. Allerdings kam noch die Zeit des Wartens hinzu, da alles erstmal von der EU abgesegnet werden muss, welche ja die finanziellen Mittel stellt.

Als ich dann die Bestätigung bekam, habe ich mich gleich bei der Uni zum Sprachkurs angemeldet, was ich auch nur jedem empfehlen kann. Auf dem Arrival Camp gab’s einige, die weder Italienisch noch Englisch gesprochen haben und für die war’s wirklich schwer, glücklicherweise gab’s jeweils noch einen anderen aus ihren Ländern, die dann den Simultanübersetzer gemacht haben, das war aber nur Zufall.

Ein Wort zum Auswahlverfahren: ich glaube, das man als männlicher Zeitgenosse wesentlich schneller ein Projekt bekommt, wahrscheinlich, weil 85-90% der SVEler weiblichen Geschlechts sind. Dies wurde mir auch von einem polnischen Volunteer bestätigt, der in seinem Projekt nur des Geschlechts wegen den Vorzug bekam. Vielleicht ist das aber auch nur alles Zufall.

Soviel zum Vorlauf, jetzt man zu meiner jetzigen Situation.

Ich bin am 31.8.2005 hier angekommen, da ich davon ausging, dass mein Projekt am 1.9. beginnen soll. Dies stellte sich jedoch als Irrtum heraus. Da mein Tutor im Urlaub war, hatte ich erstmal bis zum 5.9. quasi gar nix zu tun, außer mir die Stadt anzusehen und im Park in der Sonne zu liegen. Glücklicherweise wurde ich jedoch vor dem Vereinsamen gerettet, da gleich eine andere Freiwillige, aus Österreich, in diesen Tagen zu mir Kontakt aufnahm. Durch sie habe ich dann gleich die restlichen Freiwilligen meiner Organisation kennen gelernt, da sie einige Tage später ihre Abschiedsfeier gegeben hat.

Am 5.9. ging’s dann endlich mal ins Projekt. Es handelt sich um eine Tagesbetreuung für körperlich und geistig behinderte Menschen, die zwischen 35 und 60 Jahre alt sind. Normalerweise sind’s 8-10, an einigen Tagen kommen auch noch andere, die nicht die ganze Woche da sind.

Morgens wird immer erst einmal eine Runde im Pullman gedreht, um alle einzusammeln, da die ziemlich verstreut rund um die Stadt wohnen. Was machen wir da so den ganzen Tag? Zur Zeit basteln wir Weihnachtskarten aus selbst hergestelltem Papier, ab nächste Woche sollen Puppen gebastelt werden und immer donnerstags wird gekocht, da gibt’s dann so Sachen wie Tagliatelle, Gnocchi usw., natürlich alles handgemacht. Ist allerdings nicht so einfach, immer alle zu beschäftigen, da quasi jeder auf einem anderen Level ist. In Berlin hab ich schon mal in einer ähnlichen Einrichtung gearbeitet und da konnten alle in etwa das gleiche machen, aber hier gibt’s einige, die im Rollstuhl sitzen und nicht sprechen, andere wiederum machen so ziemlich alles alleine. Für mich war das am Anfang ein Problem, da man ja immer bemüht ist, alle mit einzubeziehen, aber inzwischen hab ich mich daran gewöhnt, dass das halt nicht möglich ist.

Vielleicht ein paar Worte zur Stadt und zum allgemeinen Leben: Forlì ist eine Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern, hat einen kleinen historischen Stadtkern, natürlich mit zentraler Piazza, die hier allerdings leider nicht ganz so schön ist wie in Siena. Ich wohne am Rande des Zentrums in einem Mono-Local, was ein Zimmer mit Küche und Bad ist, in einer Art Studentenwohnheim. In ungefähr 5 min Fußmarsch bin ich auf der Piazza, was nicht ganz so normal ist; andere Freiwillige hier müssen ne halbe Stunde in die Stadt laufen, oder nach Hause, wenn sie kein Fahrrad haben, der Bus fährt halt nur bis 21uhr. Auch mein Projekt kann ich in 10min zu Fuß erreichen.

Ansonsten gibt’s hier eine Universität, in deren Internetraum ich grade sitze und sogar Erasmusstudenten, von denen ich schon eine ganze Menge kenne. Ich kann eigentlich nur jedem, der SVE machen will, empfehlen, in eine kleine Stadt zu gehen, da man sehr schnell eine Menge Leute kennen lernt und nicht im Sumpf der Anonymität untergeht, wie in einer Großstadt.

Was mir bis jetzt besonders gefallen hat, war das Arrival Camp, da ich dort eine Menge anderer Volunteers aus Europa kennen gelernt habe, die über ganz Italien verstreut ihre Projekte haben. Jetzt hab ich leider den Drang, auch alle zu besuchen, mal sehn ob das möglich ist. Bei einem hat’s auf jeden Fall schon geklappt.

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