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Erfahrungsbericht - Island

Autor: Neele
Projekt: Naturheilklinik
Träger: ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.



Bewerbung (wann? Wo? Wie?)

Um dort hin zu gelangen, wo ich jetzt bin, musste ich lange warten. Zwar stand schon recht früh fest, dass mich die Ausreiseorganisation vermitteln wollte, aber dann gab es plötzlich nur noch 4 freie EVS-Plätze in Island. Ich habe dann zu 3 Projekten meine Bewerbung geschickt und wurde bei meinem Wunschprojekt HNLFÍ in HveragerÄ‘i im Süden Islands angenommen.

Seminare (Wo? Wie?)

Bevor es aber losging musste ich das Ausreiseseminar in Süddeutschland besuchen. (War für mich nicht ganz so günstig, da ich aus Kiel komme, ließ sich aber nicht vermeiden, da mein EVS-Antrag erst so spät bewilligt wurde, so dass das Seminar im Norden schon voll war.) Letztendlich war ich aber super zufrieden mit diesem Seminar, denn dort habe ich soo viele tolle Leute kennen gelernt, die ebenfalls dieses Jahr im Ausland verbringen. Ich freue mich also jetzt schon auf das Auswertungsseminar, wo ich hoffentlich die meisten wieder sehen werde… Inhaltlich wurden eventuell auftretende (kulturelle) Probleme, Erwartungen, EVS spezifische Dinge (Krankenversicherung, Pflichten und Rechte, usw.) und alle Fragen geklärt.

Mein erstes Seminar war schon im Dezember 2004 in Berlin. Allerdings muss ich sagen, dass ich davon nicht mehr allzu viel weiß… Dort wurde mir aber mitgeteilt, dass nur noch EVS Plätze in Island frei sind. Ich muss sagen, dass mein ursprünglicher Plan nicht war, nach Island zu fahren- mir war es ganz egal, Hauptsache weg und nicht sofort studieren. Mit Island habe ich allerdings den Glückstreffer gemacht! Das Land hat so viel zu bieten, aber davon an anderer Stelle mehr!

Ankunft

Am 06.09.05 bin ich schließlich in Keflavik gelandet. Bevor man den Flughafen erreicht, fliegt man erst mal über erstaunlich viel nichts (Lavafelder soweit das Auge reicht- dort wächst einfach kein Baum und kein Strauch, noch nicht einmal Häuser sind dort). In diesem Moment hatte ich das erste Mal ein komisches Gefühl im Magen. Am Flughafen habe ich mich mit Teresa, einer anderen EVSlerin getroffen. Zusammen haben wir dann den Bus Richtung Reykjavík zur BSÍ Station genommen, von wo wir von Gunni abgeholt wurden. Er hat uns zur Grettisgata gebracht, die mitten in 101 liegt- wir waren also im Zentrum Reykjavíks. Das Haus, in dem wir die erste Woche mit insgesamt 9 Leuten aus ganz Europa zusammengelebt haben, wird inzwischen nur noch von 5 Leuten bewohnt und ist Treffpunkt, bevor es ins Nightlife geht. Wir hatten (wie man sich vorstellen kann) eine super lustige Zeit!

Zusammen haben wir Reykjavík erkundet, den ersten Hügel erklommen, herausgefunden, wie das mit dem Busfahren auf Island funktioniert und viel gefeiert.

Nach dieser Woche fand unser erstes Seminar auf Island statt. Inzwischen waren alle Freiwilligen auf Island eingetroffen, und so waren wir etwa eine Gruppe von 22 Leuten aus Europa und Afrika. Dort haben wir einen kleinen Sprachkurs bekommen, organisatorisches besprochen und ebenfalls viel Spaß gehabt. Nach dem Seminar sollten wir alle zum ersten Mal unser Projekt sehen. Bevor aber der große Moment kommen sollte, haben wir noch DIE Sehenswürdigkeiten Islands im Süden gesehen. Das sind þingvellir (dort driften die europäische und die amerikanische Kontinentalplatten auseinander), Geysir (wie der Name schon sagt) und Gullfoss.

Dann ging es los. Giorgia und ich wurden in unserem Projekt ‚ausgesetzt’. Unsere Mentorin Inga hat uns unser Haus gezeigt (wir wohnen zu 2 in einer Haushälfte mit 9 Zimmern) und ist dann, wie es auf Island üblich ist, mit uns spazieren gefahren.

Nach einem recht erholsamen Wochenende haben wir in den Gewächshäusern angefangen zu arbeiten. Das hieß Cherrytomaten und normale Tomaten pflücken, wiegen und verpacken, dann Sellerie verpacken und wiegen, Tee machen und Bäume pflanzen. Unser Chef hat sich sehr lieb um uns gekümmert und uns sogar 2 Mal zum Essen eingeladen. Nach 2 Monaten haben wir dann angefangen in der Klinik zu arbeiten. Dort war dann unsere Aufgabe, Rollstühle zu schieben und alte Menschen zu ihren Terminen (Massage, Schlammbad o.ä.) zu begleiten. Inzwischen wechseln Giorgia und ich uns mit der Arbeit ab. Einer schiebt weiterhin Rollstühle, während der andere in den Heilbädern aushilft. Dort muss man nicht viel mehr machen, als die Leute in die Badewanne setzen, wieder herausholen und die Wanne putzen. Es ist zwar keine anspruchsvolle Arbeit, aber dafür hat man nebenbei genug Zeit zum isländisch Lernen oder was auch immer. Vor einem Verständigungsproblem muss man sich überhaupt keine Gedanken machen, da fast jeder Isländer sehr gut englisch spricht.

Was ich ganz erstaunlich fand war, dass sehr viele Isländer deutsch sprechen können. Zudem bekommt man als EVSler einen Sprachkurs bezahlt.

Ein Mentor steht bei Fragen und Problemen ebenfalls zur Verfügung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit meiner Mentorin und einem Gespräch scheint jetzt aber alles besser zu werden.

Wie schon mal erwähnt wohnen wir zu 2 in einem Haus, welches dem Projekt angeschlossen ist. Dies hat Vor- und Nachteile. Gut ist, dass man sich nach einem anstrengenden Tag einfach zurückziehen kann. Zudem können wir immer in der Kantine essen. Das Essen ist gut, jedoch vegetarisch. Etwas schwieriger ist es hingegen, gerade in der Anfangszeit, mit Isländern in Kontakt zu treten und deren way of life zu verstehen.

Gerade in der Anfangszeit war es schön, in das Kaffi Krús nach Selfoss zu fahren. Dort treffen sich hauptsächlich Farmarbeiter aus ganz Europa.

Da wir hier leider kein Auto zur Verfügung haben sind wir auf den Bus angewiesen (per Anhalter fahren geht jedoch genauso gut!).

Handys, Internet und Autos sind die unverzichtbaren Dinge in Island. Handykarten bekommt man recht günstig im Siminn-Shop, ein Computer im Office mit Internet wird den Freiwilligen im Projekt bereitgestellt und zusätzlich gibt es w-lan im Kringlan. In Reykjavík hat nahezu jedes Cafe einen w-lan Internetzugang, wer also einen Laptop hat: unbedingt mitbringen!

Zum Wetter: allgemein kann ich sagen, dass es hier weniger als in Kiel regnet! Das Wetter ändert sich so etwa alle halbe Stunde. Mann sollte sich also nie komplett auf regenfreie Tage einstellen.

Mitnehmen:
- Regensachen
- Handschuhe, Mütze und so ein Zeug
- Am Flughafen zollfrei alk und Zigaretten kaufen!!!
- Wanderschuhe und Sandalen (für den heißen Fluss)
- Badesachen (überall sind Schwimmbäder und natürliche Hotpots)
- Musik!!!
- (Bücher sind nicht zwingend notwendig, denn Sellfoss und Rvik haben tolle Büchereien!)
- Wörterbücher und Lernbücher (ist einfach 4x so teuer hier)
- Geld (naja- man verdient halt nicht soviel, wie man braucht, wenn man reisen will…)

Ich hoffe, das hat für den ersten Eindruck genügt.

Bless bless,
Neele

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