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Erfahrungsbericht - Frankreich

Autor: Hannah
Projekt: Arche La Ruisselée
Träger: ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.



Hallo an alle,

mein Projekt ist in einem kleinen Ort namens St. Mars d'Outille angesiedelt. Er hat ca. 2000 Einwohner und sein Zentrum besteht aus einer Bäckerei, einem
Frisör, einer Apotheke und einer Post. Der Bus fährt vielleicht zwei Mal am
Tag nach Le Mans - aber auch nur, wenn der Busfahrer Lust dazu hat. Die Arche „La Ruisselée“ besteht aus zwei Häusern, in denen die Behinderten wohnen und aus einem Atelier, in dem sie arbeiten. In meinem Haus wohnen sechs Behinderte und drei weitere sogenannte Assistenten. Im Haus gibt es leider kein Internet und im Atelier sollen die Assistenten das Internet eigentlich nicht nutzen. Das heißt also, ich komme wahrscheinlich nur einmal pro Woche ins Netz. Naja, ist halt so.



Aber mir geht es gut! Die Leute hier sind alle nett und die Arbeit macht mir Spaß. Arbeit kann man es eigentlich nicht nennen. Mein Tagesablauf sieht momentan so aus: Ich stehe um 7:30 Uhr auf und Frühstücke mit allen Bewohnern. Dann begleite ich die Behinderten ins Atelier und bleibe mit ihnen dort bis um 14:00 Uhr. Dort werden zum Beispiel Schmuck, Karten oder Kerzen hergestellt. Ist also eigentlich mehr eine Bastelstunde. Ich habe dann zwei Stunden für mich, bis alle um 16:00 Uhr wieder abgeholt werden müssen.



Dann verbringt man den Nachmittag und den Abend gemeinsam im Haus. Ansonsten muss ich natürlich ganz normale Dinge im Haushalt erledigen, wie Wäsche waschen, kochen und einkaufen. Es ist genau genommen eine große WG. Ich habe außerdem einen freien Tag, den Mittwoch, an dem ich auch mal nach Le Mans fahren kann. Ich darf dafür das Auto benutzen, da der Bus wirklich unbrauchbar ist. Ein Wochenende im Monat verbringen die behinderten Bewohner in ihren Familien, vorausgesetzt, sie haben noch Familienmitglieder. Manche sind über 60 und haben weder Kinder noch Geschwister. Ansonsten werden sie bei Ex-Assistenten untergebracht. An diesen Wochenenden habe ich dann sogar mal Zeit, um nach Paris zu fahren.
Noch habe ich Spaß daran, alles kennen zu lernen und überall im Atelier mitzumachen, aber ich hoffe, dass mir hier nicht später einmal die Decke auf den Kopf fällt.

Einige von euch wollten meine Adresse haben, um mir einen Brief zu schreiben. Das ist hier nicht nötig, Ort und Name reichen aus, denn der
Briefträger kennt sowieso jeden persönlich.

Liebe Grüsse von Hannah

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:

kim schrieb am 19.05.09 um 17:26 Uhr:
sehr löblich

FloMue schrieb am 29.04.09 um 09:29 Uhr:
Interessanter Bericht, mach Lust, sich dem Thema selbst auch noch mal anzunehmen.
Florian

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