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Erfahrungsbericht - Sri Lanka

Autor: Linda Mittrup
Projekt: Singharaja Garden
Träger: New home Beruwala e.V.



Ein Monat Sri Lanka – Ein Monat voller Lebenserfahrung

Der bekannte Erfahrungsbericht. Ich weiß schon so lange über ihn Bescheid. Doch ein voller Monat mit unzähligen Erfahrungen... wo fängt man da an? Mein Monat in Sri Lanka war wirklich vollgepackt mit unvergesslichen Ereignissen und Erinnerungen fürs Leben.

Zusammen mit einer anderen Praktikantin, Rieke Gießelmann, kam ich am 16. Juli 2010 in Colombo an. Wir wurden am Flughafen herzlich von Edna und Alli empfangen. Nachdem wir einige Besorgungen in Colombo erledigten und die Stadt zum ersten mal richtig sahen, mit ihrem Leben, ihrem Verkehrschaos, aber auch mit ihrer Armut und dem Dreck, fuhren wir endlich zur Singharaja Eco-Lodge, etwa 3 Stunden entfernt.
Wir hatten erst mal 2 Tage Zeit, um uns hier richtig schön einzuleben. Was uns durch Aktivitäten der ersten Tage, um Land und Leute kennenzulernen, gut gelang. Eine Motorradfahrt mit dem guten Freund Anura und Kamani, die immer ein guter Mutterersatz für uns war, vor allem wenn es darum ging uns so viel wie möglich mit gutem Essen zu versorgen. Eine Kajaktour mit Alli, und Ednas Söhnen Fabian und Sven, die einen Tag nach uns nach Sri Lanka kamen, und natürlich eine schöne Zeit mit allen hier „zu Hause“.
Edna und Alli haben es mir von Anfang an leicht gemacht, mich hier immer bei ihnen wohl zu fühlen. Sie gaben einem stets das Gefühl, man könne mit allem zu ihnen kommen und wir hatten auch immer eine Menge Spaß zusammen. Die drei Kinder von Kamani brachten eine Menge Leben ins Haus und hielten mich immer auf Trapp. Nach wenigen Tagen fühlte ich mich richtig wohl in der manchmal positiv-verrückten aber liebenswerten Familie, zu denen ich alle man zähle, auch Upul und Sameera, die immer für köstliches Essen und Spaß in der Küche sorgten.
Als die ersten Tage vorüber waren, begann unser Praktikum in der Minesro PreSchool in Pelawatta. Am ersten Tag brachten Alli und Edna uns mit dem Tuk-Tuk hin. Trotz Reifenpanne auf dem 30-minütigen Holperweg, kamen wir schließlich dort an und wurden herzlich empfangen. Die erste Zeit in der von der New home Beruwala unterstützten PreSchool gestaltete sich trotz großer Freundlichkeit der Lehrerinnen und Kinder als nicht so einfach. Rieke und ich waren die ersten Praktikantinnen, die in der PreSchool tätig waren und so mussten sich erst mal alle an einander, sowie an die neue Situation gewöhnen. Wir wussten zunächst nicht, wie wir uns in ihrem perfekt geplanten Tagesablauf einbringen konnten. Die Kinder und Lehrerinnen waren zwar jeden Tag sehr froh darüber, dass wir einfach nur da waren und uns für sie und ihre Arbeit interessierten. Einigen Kindern konnte man ein Strahlen ins Gesicht zaubern, wenn man allein schon ihre Hand hielt und neben ihnen saß oder mit ihnen spielte. Doch uns fehlte erst mal die Möglichkeit aktiv mitzuarbeiten.
Nach einigen Tagen dort, begann unsere lang ersehnte 5-Tages-Reise, bei der Rieke und ich uns freundlicherweise Edna, Alli, Sven und Fabian anschließen durften. Somit legten wir in unsere Schularbeit eine Pause ein und machten uns mit unserem Fahrer, Agith, der uns wegen seinem Dauerlächeln mit der Zeit ans Herz wuchs, und seinem Van auf den Weg. Es ging los in eine Stadt an der Küste, namens Galle, die durch ihre riesige Festungsmauer und kleine Gassen in der dahintergelegenen Altstadt geprägt ist. Ein wunderschöner Ort mit kleinen Läden zum Bummeln. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter und besichtigten das beeindruckende Blowhole. Daraufhin machten wir uns auf den Weg nach Tangalle, wo wir in einem Hotel an einer Steilküste bei einem freundlichen deutschen älteren Ehepaar blieben. Werner und Ursula versuchten uns mit Reibekuchen und Gulasch eine Freude zu machen. Nach Tagen verließen wir dir schönen Strände Tangalles und peilten unser nächstes Ziel an: den Uda Walawe National Park. Obwohl wir an diesem Tag leider nicht so viele Tiere sehen konnten, war dieser Ausflug trotzdem hoch interessant und eine neue Erfahrung für mich. Elefanten, Krokodile, verschiedene Vogelarten und alle in ihrem natürlichen Lebensraum. Am Nachmittag ging es schließlich los zu unserem letzten Reiseziel: Pottuvil/Arugam Bay, mein persönlicher Favorit. 2 Tage lang genossen wir diesen Traumstrand. Fabian, Sven und ich versuchten sogar unser Glück mit Surfunterricht, was auch eine lustige Erfahrung war, ebenso wie die kleinen Cabanas, in denen wir für die beiden Nächten schliefen, mit unseren geliebten Mitbewohnern, den Fröschen, Geckos und Libellen. Schweren Herzens verließen wir die Arugam Bay, Edna und Alli waren allerdings froh wieder in ihren geliebten Dschungel zu kommen. Am nächsten Tag war sofort wieder PreSchool angesagt. Diese letzte Woche PreSchool Praktikum lief nach und nach besser. Die Kinder wurden immer zutraulicher, die Lehrerinnen trauten sich immer mehr mit uns zu sprechen und wir durften den Unterricht immer selbstständiger gestalten und führen. Die schön eingerichtete und bunte PreSchool unterrichtet sowohl in Sinhala, als auch in Englisch. Leider verstanden die Kinder selten alles, was wir sagten, doch mit Hilfe der Lehrerinnen, konnte ich meiner Klasse von etwa 15 5-jährigen Kindern eine Englische Geschichte erzählen, ein Liedchen beibringen, die Buchstaben und Zahlen mit ihnen lernen und ihre Hausaufgaben vorbereiten und kontrollieren.
Wenn ich/wir mal einen Tag nicht konnte(n), (wegen Krankheit, oder Ausflügen nach Colombo und Dharga-Town am Strand) vermisste man uns schon und fragte nach, ob alles in Ordnung sei und ob wir am nächsten Tag wiederkämen. Am Anfang unseres PreSchool Praktikums waren wir nervös und hatten auch vor allem wegen der Sprache Schwierigkeiten. Doch zum Schluss fiel mir der Abschied viel schwerer, als ich zu Anfang vermutet hatte. Wir bekamen selbstgemachte Geschenke, Briefe und tauschten mit den Lehrerinnen Adressen und Telefonnummern aus.
Nach unserem Abschied in der PreSchool, folgte der Abschied von Fabian und Sven, dessen Urlaub nun zu Ende war. Wir veranstalteten am Abend eine kleine Party gemeinsam mit allen Arbeitern. Da ich in Deutschland in einer Cocktailbar arbeite, kümmerte ich mich um die Getränke. Faszinierend war für mich, welch eine Stimmung die Menschen an einem Tisch bloß mit Gesang, Trommeln und ihren Händen verbreiten konnten. Rhythmus scheint wirklich in ihrem Blut zu stecken.
Nun blieb Rieke und mir noch eine Woche in Sri Lanka. Wir halfen bei der Gästebetreuung, brachten uns in der Küche ein, zeigten unser verstecktes Talent beim Streichen von Piyasiris Haus, das ebenfalls über die Organisation New Home Beruwala gebaut wurde und noch vieles mehr… Doch leider ist irgendwann auch die letzte Woche vorbei.

Sri Lanka ist und bleibt für mich ein faszinierendes Land. Und zwar aus zwei Gründen:

1. Das Land an sich ist atemberaubend! Diese Vielfalt, die man hier auf engstem Raum geboten bekommt, habe ich zuvor noch nirgends erlebt. In kürzester Zeit im Dschungel, an Traumstränden und in trockenen Gebieten, die an Afrika erinnern, sein zu können ist wirklich toll. In der Eco-Lodge hatte ich einen Platz, den ich ganz besonders mochte und an dem ich mich Stundenlang aufhalten konnte. Wegen der erstaunlichen Aussicht sitzt jeder gerne auf dieser Art Fensterbank. Diese vielen Pflanzen, die alle so unterschiedlich sind und für mich vorher unbekannt waren sind wirklich beeindruckend. Alles ist grün und abwechslungsreich. Viele verschiedene Gerüche und unendlich viele interessante Tiergeräusche, wenn man die Augen schließt und die sich je nach Tageszeit ändern, bereichern das Leben hier.

2. Die Menschen, mit ihrer ganzen Lebensart, die Lebenseinstellung und wie sie mit uns umgehen, völlig anders, als die meisten Menschen, die ich bisher kennengelernt habe. Natürlich lernt und erfährt man in einem Monat Aufenthalt auch Dinge, die nicht so schön und positiv sind. Die Menschen in Sri Lanka haben natürlich auch nicht nur ihre guten Seiten und einige Dinge wollte ich kaum glauben. Trotzdem war es für mich höchst interessant diese Kultur direkt im Alltag miterleben zu können. Dadurch, dass eine Singhalesische Familie mit uns lebte und wir jeden Tag mit ihnen und den Arbeitern zu tun hatten oder Dinge gemacht haben, wie den gewöhnungsbedürftigen und vollen Bus zu benutzen, was auch für die Menschen aus den Dorf etwas neues war, auf eine Buddhistische Hochzeit zu gehen oder Buddhistische Poya-Feste zu besuchen, lernten wir die Menschen auf einer ganz anderen Ebene kennen, wie einige Touristen, die dieses Land besuchen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe und ich bin auch sehr dankbar, dass ich all diese Menschen kennenlernen durfte! :)


Linda Mittrup

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