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Erfahrungsbericht - Kenia

Autor: Sally
Projekt: Arbeiten im Kinderheim
Träger: Sobia e.V.



Ankunft


Anfang März 2010 kam ich früh morgens am Flughafen in Mombasa (Kenia) an und wurde freundlich vom Leiter des Waisenhauses begrüßt. Zusammen führen wir mit dem Taxi zum orphanage. Die Fahrt hat zum Glück nicht neun Stunden, sondern nur ungefähr eine Stunde gedauert. Likoni erreicht man von Mombasa aus per Fähre. Die nächste Überraschung war, dass ich nicht in einer Gastfamilie untergebracht war, sonder mein Schlafplatz direkt mit im Waisenhaus war. Auch über diese Überraschung habe ich mich gefreut und war schon gespannt auf die beiden anderen volunteers, die über eine andere Organisation den Weg in das Heim gefunden hatten. (Zwei deutsche Mädels, die schon zwei Wochen dort waren und noch bis Juli bleiben wollen)

Unterkunft


Ich schlief ein einem Hochbett in einem Zimmer mit den älteren Mädels des Waisenhauses und den beiden anderen Freiwilligen. Mückennetz hatte ich mir ein eigenes mitgebracht, es wären aber auch welche vorhanden gewesen.

Meine Rucksäcke standen während des gesamten Aufenthalts im office das man auch abschließen konnte. An das office war auch ein kleines Bad angeschlossen, das fast ausschließlich von den Freiwilligen genutzt wurde.



Tagesablauf


Ein typischer Tagesablauf im Kinderheim sah folgendermaßen aus:

Um 6.30 beginnt mein Tag mit Küken füttern. Einer der worker des orphanage hilft mir dabei und erklärt mir welche Pülverchen wir wann ins Wasser der Tiere mischen sollten, damit die Tiere besser wachsen. Meine nächste Aufgabe ist, die Böden im gesamten Haus zu wischen. Die anderen beiden Mädels spülen währenddessen draußen ab und sammeln Müll auf, der sich im Laufe des letzten Tages so im Hof verteilt hat.

Um neun Uhr gehen wir dann gemeinsam Frühstücken. Es gibt Chai (schwarzer Tee mit Milch und viel Zucker =) und frittierte Gebäckteilchen oder Toastbrot mit Margarine. Gefrühstückt wird in Mama’s house. Mama ist die Frau des Gründers des Waisenhauses. Das Ehepaar hat selbst sieben erwachsene Kinder und einige Kinder des Waisenhauses kommen auch ab und zu abends zu Mama’s house um dort Soaps im Fernsehen anzuschauen oder einfach nur zum spielen.

Um kurz vor zehn gehen wir weiter in die Grundschule. Hier wurden wir auf verschiedene Klassen aufgeteilt. Ich bin in der Babyclass gelandet. Hier werden Kinder zwischen 2 ½ und vier im Buchstaben- und Zahlenschreiben, sowie den Fächern "environmental" (entspricht in etwa unserem Sachunterricht) und "creative" (= singen und malen) unterrichtet.

In der Schule besteht meine Aufgabe hauptsächlich darin, Aufgaben zu korrigieren und neue Aufgaben in die Hefte der Kinder vorzuschreiben. Außerdem helfe ich den Kindern beim Schuhe anziehen oder tröste sie wenn sie weinen. Leider weinen sie oft nicht weil sie sich selbst wehgetan haben, sondern weil sie von der Lehrerin mit Stöckchen geschlagen werden. Die Lehrerin haut nicht allzu fest zu, aber es tut den Kindern trotzdem weh und ist manchmal sehr schwer mit anzusehen.

Um kurz nach zwölf wird gebetet und die Kinder werden in die Mittagspause verabschiedet. Wir (= volunteers) gehen mit den Kindern des orphanage nach Hause und essen mit ihnen gemeinsam. Jedes Kind hat hier seinen eigenen Plastikteller und gegessen wird mit den Fingern, was zuvor über offenem Feuer gekocht wurde. Oft gibt es Ugali (Maisbrei) und Kidney Bohnen oder Reis.

Um 14 Uhr geht’s zurück in die Schule. Nachmittags ist unsere Aufgabe Plakate zu gestalten. Irgendeinem Lehrer der acht Klassen der Grundschule fällt immer ein Thema ein, zu dem er unbedingt noch ein Plakat in seinem Klassenzimmer braucht. So malen wir wilde Tiere, Obst und Gemüse, Brüche, verschiedene Karten von Kenia und Liedtexte auf Papier, das mit einer Mehl-Wasser Mischung an die Wände der Klassenzimmer geklebt wird.

Um 16 Uhr gehen wir wieder nach Hause und nehmen ein kleines Mädchen aus der Babyclass mit nach Hause ins orphanage. Die anderen haben noch bis 17.15 Uhr Schule. Bis zum Abendessen spielen wir mit den Kindern Memory oder Fußball auf der Dachterrasse.

Um 18.30 gibt es ungefähr Abendessen. Da es um diese Zeit schon langsam dunkel wird, holen sich viele Kinder das Essen ins Haus, anstatt wie Mittag, draußen zu essen.

Nach dem Essen begeben wir uns ins office (Büro mit Schreibtisch, Schrank und Platz für unsere Rucksäcke). Dort schreiben wir Tagebuch und die jüngeren Kinder kommen, um bei uns/mit uns Hausaufgaben zu machen beziehungsweise einfach nur zum Malen. Wir haben weißes Papier und Buntstifte besorgt und so sind die Kinder gut beschäftigt. Nach und nach verabschieden sich einzelne Kinder beziehungsweise werden von größeren abgeholt um ins Bett zu gehen.

Dann lesen wir noch ein bisschen und nach einer Dusche im ans office angeschlossene Bad heißt es auch für uns Lala salama!

Wochenende


Am Wochenende stand Strand mit den Kindern auf dem Programm. Samstags nach Schule und Wäsche waschen, und sonntags nach dem Gottesdienst ging es nach dem Mittagessen an den Strand. Für die Kinder das Highlight der Woche. Zu Fuß braucht man zum Strand ungefähr eine Viertelstunde. Meistens blieb einer von uns drei volunteers beim Rucksack und die anderen beiden spielten mit den Kindern im Wasser. Die Kids können sich aber auch sehr gut selbst beschäftigen und passen sehr gut aufeinander auf.

Sprache


Da mit den Kindern in der Schule von Anfang an hauptsächlich Englisch gesprochen wird, fällt die Verständigung mit den meisten nicht schwer. Kinder ab der dritten Klasse verstehen sehr gut Englisch und sprechen auch selbst schon gut Englisch. Für die Verständigung mit Jüngeren empfiehlt es sich, ein paar Worte Kiswahili zu lernen. Auch Erwachsene sind natürlich begeistert, wenn man die Begrüßungsformeln richtig hinbekommt und ein bisschen mehr als ein normaler Tourist versteht.

Sicherheit


Ich fühlte mich während der gesamten Zeit in Kenia sehr sicher. Das orphanage ist von Mauern umgeben und Tag und Nacht bewacht. Tagsüber gibt es einen „normalen“ Wachmann, nachts kommen zwei Massai um für Sicherheit zu sorgen.
Auch mit der Fähre in die Stadt zu fahren war kein Problem. Man wird zwar oft angesprochen, weil alle gern etwas vom Reichtum der wazungu (Weißen) abbekommen möchten, aber oft sind die Kenianer schon zufrieden wenn man ihnen die Hand schüttelt. (Das bringt angeblich Glück und Reichtum, weil sich unsere weiße Haut in der Sonne "golden" färbt)



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