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Erfahrungsbericht - USA

Autor: Laurin Wünnenberg
Projekt: Catholic Worker House in San Antonio
Träger: EIRENE International 



Der Ausklang eines einmaligen Jahres - März 2008


Hallo alle zusammen. Nun erhaltet ihr wie versprochen einen abschliessenden Rundbrief von meinem Freiwilligenjahr in San Antonio, Texas. Es sind mittlerweile schon 3 Wochen vergangen, seitdem ich die USA verlassen habe und so langsam, aber sicher gewöhne ich mich wieder an die hiesigen Verhältnisse. Ich habe allerdings bereits Ende Januar mein Projekt in San Antonio verlassen und bin noch ein wenig herumgereist, bevor ich mich auf meine Rückreise nach Europa begeben habe. Wie ihr vielleicht schon wisst, war ich eine Woche in Mexico City, eine riesige Stadt mit einem fazinierendem Angebot an Kultur und Geschichte. Danach habe ich noch das Catholic Worker House in Oakland, Kalifornien besucht, bei dem mein Kumpel Mark aus meiner “Orientation” arbeitet. Dort habe ich 10 Tage verbracht und durch einen kleinen “Roadtrip” besonders die vielfältige Natur und natürlich auch San Francisco genossen. Doch in diesem, meinem letzen Rundbrief, soll es nicht wieder um Urlaubserlebnisse gehen, sondern ich will euch über meinen Abschied aus San Antonio berichten, euch ein Resümee meines Jahres in den USA präsentieren und euch über einige Veränderungen in meinem Projekt informieren.

So fange ich denn einfach mal mit den Entwicklungen an, die sich im Catholic Worker House während meines Dienstes dort ereignet haben. Abgesehen davon, dass natürlich relativ viele unterschiedliche Familien bei uns gelebt haben, man immer neue Soupline-Gäste kennengelernt hat und auch meine Freiwilligen-Mitarbeiter wechselten, hat sich auch einiges in der Infrastruktur unseres Projektes verändert. Wie ich euch ja berichtete war das Haus, in dem wir Freiwilligen lebten nicht in einem besonders guten Zustand. Ebenfalls unser Soupline-Haus war überholungsbedürftig. Diese Probleme hat auch der Vorstand des Catholic Worker Houses erkannt und zugestimmt, dass sich dort etwas ändern müsse. Bereits zur Zeit als ich im Februar 2007 in San Antonio angekommen bin, war die komplette Renovierung des alten Soupline-Hauses (in dem die Soupline vor meiner Zeit stattfand) mehr oder weniger in Bewegung. Im Sommer 2007 begann es langsam, dass bei den Vorstandssitzungen die meisten Unterstützer bzw. Mitglieder der Catholic Worker Community regelmässig teilnahmen und auch wir Freiwilligen mit dabei waren. Es wurde konkret geplant die Renovierungsarbeiten voranzubringen und das Aussehen des “neuen” Soupline-Hauses zu gestalten. So wurde engagiert das “Fundraising” geplant und bei unterschiedlichen Stiftungen wegen finanzieller Unterstützung angefragt. Nun endlich im Frühjahr dieses Jahres soll das neue Soupline-Haus fertig gestellt sein und das Kochen in einer neuen, moderneren und definitiv hygienischeren Umgebung kann beginnen. Leider etwas zu spät für mich, aber es war trotzdem schön zu beobachten, dass etwas vorangeht und dass die zukünftigen Freiwilligen unter besseren Verhältnissen die Projektarbeit aufnehmen können. Aber damit nicht genug, auch die direkten Lebensverhältnisse der zukünftigen Frei-willigen erleben einen deutlichen Aufwärtstrend. Denn gegenüber auf der anderen Strassenseite des Catholic Worker Hauses wurde ein Wohnhaus für die Freiwilligen gekauft. Dies ist in einem deutich besseren Zustand als das alte Wohnhaus (Faith-House), in dem ich während meines gesamten Dienstes gelebt habe. Zudem wurde die etwas altmodische, aber doch schön gemütliche Einrichtung von den Vorbesitzern des neuen Freiwilligen-Hauses der Catholic Worker Community überlassen. Ja auch da habe ich den Umzug in ein schöneres Zuhause verpasst. Fast schon etwas ärgerlich genau zum Zeitpunkt des Umschwungs das Projekt verlassen zu müssen. Doch natürlich ist es gut zu wissen, dass durch diese Veränderungen dem Projekt einer guten Zukunft nichts im Wege steht und auch die Anwerbung neuer Freiwilliger sicher erleichtert wird. Zudem gibt es mir weitere Gründe das Projekt in der Zukunft noch einmal zu besuchen, besonders um die Arbeit in dem neuen Soupline-Haus zu sehen. Des weiteren ist auch in Planung das alte Catholic Worker House, in dem unsere Familien zur Zeit leben, abzureissen, diese dann als Übergangslösung im “Faith House” unterzubringen und in ferner Zukunft auch ein neues Catholic Worker House zu bauen. Wer weiss, vielleicht sieht alles komplett anders aus, wenn ich das nächste Mal nach San Antonio komme.

Die letzten Wochen, die ich in San Antonio verbracht habe, gingen wirklich wie im Fluge vorbei. Aber es war mir ja schon bei der Entstehung meines letzten Rundbriefes bewusst, dass der Abschied nicht mehr fern war. So habe ich versucht die letzten Wochen wie gewohnt meiner Arbeit nachzugehen. Aber es war für mich ziemlich offensichtlich, dass es nicht mehr so gewöhnlich funktionierte, es war doch ständig in meinem Kopf, dass die mir ans Herz gewachsene Arbeit zu einem Ende kommt. Besonders bei den 3 neuen Familien, die alle im Laufe des Dezembers bei uns eingezogen sind, ist mir dies aufgefallen. Das Verhältnis zu ihnen war aus meiner Sicht anders als bei vorherigen Familien. Ich habe weniger Kontakt und Gespräche gesucht. Möglicherweise als Schutzmassnahme keine emotionale Bindung mehr aufzubauen, weil mir eben klar war, dass ich zukünftig für sie keine Verantwortung mehr haben werde und sie auch nicht mehr unterstützen kann. Natürlich habe ich trotzdem versucht mit der Familie, für die ich persönlich zuständig war, vernünftige Gespräche zu führen und auch etwas voranzubringen. Wie ich nun erfahren habe, hat auch diese Familie, übrigens ein allein erziehender Vater mit 5 Jungs, ein eigens Apartment gefunden. Ich bin natürlich immer froh, solch positive Entwicklungen zu hören und hoffe, dass es längerfristig aufwärts geht. Aber wahrscheinlich werden doch andere Familien mit denen ich mehr Zeit verbracht habe, klarer in meiner Erinnerung bleiben, auch wenn ich eigentlich nicht weiss, wie ihre Lebenssituationen im Moment aussehen.

Das Arbeiten in unserer Soupline konnte dafür auch in den letzten Wochen für mich ziemlich normal weitergehen. Es war schön, den einen oder anderen nochmals gesehen zu haben und mich zu verabschieden. Es waren schon echt einige besondere und auch beeindruckende Persönlichkeiten dabei, die ich nicht hätte missen wollen. So zum Beispiel C., der recht unregelmässig unsere Soupline besuchte, der aber immer dankbar für unsere Hilfe war und dem man deutlich ansehen konnte, dass er trotz allem noch eine positive Lebensenergie verbreitete. Ich weiss nicht genau warum, aber ich habe mich immer gefreut ihn zu sehen und bedauere es, ihn nicht besser kennengelernt zu haben. Dann gab es E., die sehr häufig bei uns war und das Bedürfnis hatte, im Mittelpunkt zu stehen. Sie half hin und wieder gerne mit, aber erwartete als Gegenzug auch eine besondere Behandlung. Das war für uns natürlich nicht möglich, da wir alle Gäste einfach gleich behandeln müssen. Es war also nicht immer einfach mit ihr, da sie je nach ihrem emotionalen Befinden mehr oder weniger gut auf Verneinungen reagierte. Zudem gab sie sich gerne als offizielle Arbeitskraft des CWH aus. Sie meinte natürlich auch dann, dass sie ohne zu fragen in Bereiche gehen darf, die für unsere Gäste eigentlich nicht zu betreten sind, und sich nehmen kann, was auch immer sie gerade braucht. Naja, es war etwas mühselig, ihr das wieder und wieder zu vermitteln, aber insgesamt ist sie mir doch ans Herz gewachsen und es war meistens amüsant, sich mit ihr zu unterhalten. Eine weitere auffällige Person war M., der selten kam, aber meistens voller Elan war. Er liebte es, uns deutschen Freiwilligen obszöne Wörter beizubringen und typische Slang-Ausdrücke zu erklären. Man konnte dies als seine spezielle Aufgabe, beinahe als seine Berufung verstehen, die er gegenüber jedem neuen Freiwilligen zum Ausdruck bringen muss. So hat er auch immer noch Kontakt zu ehemaligen Freiwilligen aus Deutschland. Er hat einfach immer frisches Leben in unsere Soupline gebracht und es gab immer etwas zu lachen, wenn er da war. Nicht zu vergessen ist natürlich E., beinahe ein Phänomen. Er spricht um die 8 Sprachen, unterhielt sich mit uns perfekt in Deutsch, sprach Spanisch mit den “Hispanics” in unserer Soupline, natürlich Englisch mit den amerikanischen Freiwilligen und wenn man mal wieder nach einer Französisch- Vokabel gefragt hat, hatte er selbstverständlich immer eine Antwort. Dann kommen noch einige Sprachen wie Latein, Russisch und Chinesisch dazu. Davon abgesehen hatte er ein enormes geschichtliches Wissen, Interesse für Chemie, immer gute Reisetipps für uns und und und… Man muss dazu sagen, dass er früher in ganz anderen Verhältnissen gelebt hat, einen guten Jobhatte, viel gereist ist und insgesamt einfach sehr intelligent ist. Ich würde sagen, dass es für ihn eher eine moralische Entscheidung ist, zu unserer Soupline zu kommen. Er hat sich dafür entschieden, nur so viel Geld zu verdienen, wie er wirklich zum Leben benötigt, daher arbeitet er nur gelegentlich und ist nach meinem Wissen ansonsten sehr häufig in einer Uni-Bibliothek, um verschiedenste Dinge zu recherchieren und zu studieren. Eine andere Person, die mir immer Freude bereitet hat, war G. Sie war einfach immer freundlich und hat alles immer recht locker genommen, sie war fast nie schlecht gelaunt. Besonders ihre Stimme wird in meiner Erinnerung bleiben. An einer meiner letzten Tage hat sie mir ihre ohnanschrift gegeben, damit ich ihr mal gelegentlich schreibe, was ich sicherlich tun werde. Dies zeigt übrigens wieder, dass nicht alle unsere Gäste obdachlos sind, jeder hat die Möglichkeit, zu uns zu kommen. Und dann gab es noch S., einen Veganer. Noch eine Nummer härter als Vegetarier, was nicht gerade einfach ist, wenn man eigentlich beim Esssen aufgrund seiner Lebensumstände nicht besonders wählerisch sein kann. Doch das interessierte S. nicht, ihm war seine innerer Überzeugung wichtiger und gab sich mit Salat und Gemüsebeilage zufrieden. Doch auch das konnte er nicht immer essen, da die gekaufte Salatsauce zum Teil aus Tierprodukten (zum Beispiel Milch) hergestellt war. Schliesslich haben wir damit angefangen immer eine Portion Salat ohne Dressing für ihn zurückzustellen. Ein Hauptgrund seiner Essgewohnheit entstand aufgrund seines Umweltbewusstseins. So machte er sich über dieses Thema viele Gedanken und verfasste sogar einen zweiseitigen Text, den er an jeden neuen Freiwilligen und Besucher des CWH verteilte. Ehrlich gesagt, hat keiner ihn so richtig ernst genommen, weil seine Gedankengänge für uns nie ganz schlüssig und nachvollziehbar waren. Deswegen musste ich zumeist lächeln, wenn ich ihn sah und bin nach einigen Gesprächen mit ihm irgendwann nicht mehr auf seine merkwürdigen Fragen eingegangen, weil es für mich einfach nur wenig bis keinen Sinn ergab. Aber ich denke mal, es steckt doch eine gute Absicht hinter seinem Denken und Verhalten, denn die viele Probleme in unserer Umwelt und Natur sind ja nicht von der Hand zu weisen. So ist es eigentlich beeindruckend, dass sich jemand wie S., bei dem man denkt, dass er eigentlich ganz andere Probleme hat, sich für Umweltprobleme interessiert und versucht den Menschen einen Denkanstoss zu geben. Ich denke, für S. ist dies zum Lebensinhalt geworden, der ihn seine schwierigen Lebensumstände etwas vergessen lässt. Es war wirklich toll, all diese Menschen kennengelernt zu haben und es heitert mich selber auf, daran jetzt nochmals zurück zu denken. Leider habe ich aber in dem Jahr in unserer Soupline nicht nur positive Erfahrungen gemacht. Neben kleineren und recht selten grösseren verbalen und auch manchmal handgreiflichen Auseinadersetzungen, zumeist zwischen den Soupline-Gästen, kam es vor, dass einige unserer Gäste plötzlich gar nicht mehr aufgetaucht sind. Ganz selten war der Grund, dass wir ein Verbot ausgesprochen haben, eher kam es vor, dass sie umgezogen sind oder sich für eine andere “Soupline” in der Stadt entschieden haben. Bedauerlicherweise ist mir jedoch von 3 unserer recht regelmässigen Besuchern bekannt, dass sie während meines Freiwilligenjahres verstorben sind. E. war ein Problemfall und sehr starkdrogenabhängig, was ihm letztendlich zum Verhängnis geworden ist. Die blinde und nicht mehr ganz junge M. ist an Herzversagen gestorben und J. wurde nach langer Vermisstenzeit tot aufgefunden. Ich weiss allerdings nicht mit Sicherheit, ob er Opfer eines Verbrechens geworden ist. Jeder war auf seine eigene Art ein Teil unserer Soupline und fehlte uns, wenn er bzw. sie nicht mehr da war. So war nicht an jedem Tag gute Stimmung bei uns, aber es war doch eher die Seltenheit. Insgesamt war es wirklich eine tolle Arbeitsatmosphäre. Natürlich habe ich mich an meinem letzten Kochtag in unserer Soupline nochmals ins Zeug gelegt und etwas Schmackhaftes gekocht. Alle waren zufrieden und so konnte ich mit gutem Gewissen auch innerlich von dort Abschied nehmen.

Doch dies war nur ein Teil der Menschen, von denen ich mich in den letzten Wochen verabschieden musste. So hatten Martin und ich zusammen ein Abschluss-Dinner in einem Restaurant, zu dem wir Leute aus unserer Kirchengemeinde, Mitglieder der Catholic Worker Community und auch einige Freunde eingeladen haben. Insgesamt waren wir an diesem Abend über 30 Leute und es war ein fröhliches Beisammensein. Dann waren wir auch ein letztes Mal beim Gottesdienst in unserer mennonitischen Gemeinde und wurden dort mit den besten Zukunftswünschen verabschiedet. Und so ging es dann von Tag zu Tag, dass man sich von Menschen verabschiedete, die man noch ein letztes Mal sah. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl auf unbegrenzte Zeit “Tschüss” zu sagen. Eine Person, die ich meiner Meinung nach euch leider in den letzten Rundbriefen noch nicht vorgestellt habe, ist K. Sie ist unsere Nachbarin oder eigentlich auch Mitbewohnerin. Sie wohnt im gleichen Haus wie wir Freiwilligen und hat durch einen Nebeneingang Zugang zu ihrem kleinen Apartment. Schon seit über 10 Jahren ist sie in unserem Projekt wohnhaft und wohl jeder der vorherigen Freiwilligen wird sich an sie erinnern. K. war obdachlos und hatte bzw. hat noch immer grosse psychische Probleme, die durch ihre schlechten Lebensumstände und Erlebnisse in ihrer Vergangenheit wohl hervorgerufen wurden. Deswegen wurde Sie vor langer Zeit in das Projekt aufgenommen. Es war nicht immer leicht mit ihr in einem Haus zu wohnen, weil sie schizophrene Charakterzüge aufweist, zum Teil paranoid ist und sich deswegen kaum mal aus ihrem kleinen Apartemt heraus traut. So war es beispielsweise ein grosser Erfolg, als wir es einmal geschafft haben mit ihr in ein Restaurant zu gehen. Sie wird übrigens zu einem komplett anderem Menschen, wenn sie das Haus verlässt. Sie ist dann sehr gesprächig und offen, allerdings nicht so einfach zu verstehen, da sie im Laufe der Jahre sich ein ganz eigens Englischvokabular angeeignet hat. Man muss wirklich sagen, dass es für sie auch nicht ganz einfach ist, weil sie immer eine ganze Zeit braucht bis sie einen Menschen kennenlernt und ein wenig Vertrauen aufbaut. Und wenn es dann soweit ist, dass man mit ihr etwas mehr ins Gespräch kommt und sie Interesse bekommt auch uns besser kennen zu lernen, ist unser Jahr im Projekt schon fast wieder vorüber. So kommen immer wieder für eine relativ kurze Zeit neue Personen zum Projekt und die alten verlassen es wieder. Es war doch immer amüsant sich mit K. zu unterhalten, ihr etwas unter die Arme zu greifen und sie ist mit Sicherheit ein Grund, warum das Projekt auch in Zukunft weiter existieren wird. Übrigens ist geplant, dass sie im Laufe des Frühlings ebenfalls in das neue Frewilligen-Haus umzieht. Dort wird die ehemalige Garage zu einem Apartment für sie umrenoviert. Möglicherweise geht es ihr ja psychisch in einer neuen und schöneren Wohnumgebung besser und vielleicht lässt sie sich auch davon überzeugen, dass dort niemand unter ihrer Wohnung haust. Es ist nur zu hoffen! Ich werde mit K. sicher in Kontakt bleiben, weil sie darum gebeten hat und gerne mit ehemaligen Freiwilligen einen sporadischen Briefaustausch pflegt.

Natürlich hatten Martin und ich neben unseren tollen zeitweiligen Mitarbeitern S. und J. und unseren Mitarbeiterinnen E. und M. auch einige gute Freunde kennengelernt. Zusammen mit S., I. und B. haben wir öfters unsere Wochen-enden im Sinne von Filmabenden, kleineren und grösseren Partys, Billiard spielen etc. gestaltet und uns auch nochmals zum Abschluss getroffen. Mit Gewissheit kann ich sagen, dass ich mit ihnen in Kontakt bleiben werde. Tja und dann ist selbstverständlich nicht zu vergessen, dass mit diesem Abschied auch das gemeinsame Freiwilligenjahr von Martin und mir zu Ende ging. Es war toll, dieses Jahr zusammen erlebt zu haben und auch im Nachhinein betrachtet ist es eine gute Entscheidung gewesen in das selbe Projekt zu gehen. Charakterlich hat es einfach gestimmt und wir hatten auf alle Fälle eine Menge Spass. Insgesamt gesehen und nun mit einigem Abstand betrachtet, konnte ich doch vollends zufrieden meine Heimreise antreten. Ich hatte ein beeindruckendes Jahr hinter mir, was nach anfänglicher Skepsis und Ungewissheit, einfach eine super Lebenserfahrung war. Ich denke, dass ich Erfahrungen sammeln konnte, die ich in dieser Form in Deutschland nie erlebt hätte.

Die Bekanntschaft mit einer Reihe von tollen und liebenswerten Persönlichkeiten, die intensive Arbeit mit und für Menschen in meinem Projekt und das Kennenlernen eines neuen Landes hat das Jahr für mich unvergesslich gemacht.

Es war die beste Entscheidung, die ich nach meinem Abitur hätte machen können. Ich empfehle es jedem, bei Gelegenheit einen Friedensdienst im Ausland zu machen. Denn man kann nicht nur anderen Menschen helfen, aus eigener Erfahrung kann ich nun sagen, dass man sich selber als Persönlichkeit weiterentwickelt, der Charakter neu geprägt wird und man in dieser Zeit reifen kann, ein bewussteres Leben führen kann, als es in der Vergangenheit der Fall war, Vieles mehr schätzen lernt, was man früher als Selbstverständlichkeit aufgefasst hat. Ich habe sicher nun ein offeneres Ohr für soziale und entwicklungspolitische Probleme, ein grösseres Interesse mich aktiv an sozialen Projekten zu beteiligen und eine Menge neuer zwischenmenschlicher Erfahrungen gewonnen, die mir in meinem Leben weiterhelfen werden. Und so möchte ich mich in diesem Sinne bei euch allen ganz herzlich bedanken. Bei den Menschen, die mir dieses Jahr voller neuer Erlebnisse ermöglicht haben und die mich während meiner Zeit in den USA unterstützt und begleitet haben. Vielen Dank an meinen Unterstützerkreis, meine alten und auch neuen Freunde, meine Familie und natürlich an die beiden Organisationen BVS und EIRENE! Ohne euch wäre mein Dienst im Ausland nicht zustande gekommen und all die Menschen und Erfahrungen hätten mich nicht zu dem prägen können, der ich heute bin. Ich weiss eure Unterstützung sehr zu schätzen und hoffe, dass ich euch durch meine Rundbriefe gut an meinem Lebensabschnitt in den USA teilnehmen lassen konnte.

So wünsche ich euch allen eine wunderbare Zukunft und dass jeder von euch seinen nächsten ganz persönlichen Lebensabschnitt erfolgreich in Angriff nehmen wird. Und vergesst dabei nie, dass es keine Schande ist, wenn ihr bei der Umsetzung um die Hilfe anderer bittet! Denn nur dank der Hilfe anderer Menschen konnte ich mein Freiwilligenjahr absolvieren und mein gesamtes Leben bis hierhin leben. Gleichzeitig konnte ich in diesem Jahr ein Teil davon an andere Menschen weiterund zurückgeben, die hilfebedürftig waren. So bin ich davon überzeugt, dass dies ein Kreislauf ist, den wir Menschen aufrecht erhalten sollten, bei Gelegenheit vergrössern sollten und bei Bedarf auch in Anspruch nehmen sollten!

Mit herzlichen Grüssen - Euer Laurin.
San Antonio, Texas


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht:

monika schrieb am 04.01.09 um 12:11 Uhr:
hallo möchte auch gern mal nach san antonio tx aber wie buche ich es

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