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Erfahrungsbericht - USA

Autor: Jürgen Bartel
Projekt: Gould Farm (Massachusetts)
Träger: EIRENE International 

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Februar 2007

So viele Menschen haben so sehr an diesen Geist des Neuanfangs geglaubt und haben alles hinter sich gelassen um diesem Neuanfang zu begegnen. Da musste doch was dran sein...dachte ich zumindest als ich das Buch „Moon Palace“ von Paul Auster gelesen hab. Und naja, ich hab für mich entschieden, auch einen gewissen Neuanfang zu wagen, indem ich mich für einen Friedensdienst mit der Organisation EIRENE entschieden hab. Und ja, es hat geklappt J! Ich hab nach einem Infoseminar und einem Bewerberauswahltreffen einen Freiwilligenplatz angeboten bekommen- Man war des ne Erleichterung!! Nun ratet mal wohin? (Trommelwirbel bitte..) Genau!! U::S::A ^^ dort wo der Frontierspirit seinen Ursprung hat, falls euch des was sagt. Nach langer mentaler und organisatorischer Vorbereitung kam dann auch der EIRENE-Ausreisekurs 2007,kurz auch AK07 J Dort gabs erstmal sehr viel Input, und um es kurz zu fassen: Es war GEIL!! ^^ tolle Leute, super Stimmung und was besonders wichtig war, sehr gute Vorbereitung, von technischem über kulturelles Lernen,Vorurteile etc. .So toll es dort auch war, so traurig war auch der Abschied. Man hat viele neue und gute Freunde kennengelernt und sagt erstmal tschüss für ein Jahr. Für mich das große Glück, dass ich nich allein den Schritt über das große Meer machen musste. Laurin und Martin waren auch 2 glückliche USA Freiwillige und zusammen sind wir Ende Januar in das Flugzeug Richtung Washington gestiegen. Wir waren alle 3 sehr aufgeregt und neugierig, aber hatten noch etwas Angst, der Grund: US-Einwanderungsbehörde, berüchtigt für Abschiebungen aller Art ^^ . Heil in Washington gelandet, durften wir erstmal anstehen. Der Flug übrigens war spitze, neue Filme geschaut,die in Deutschland noch nich zu sehen sind ;) und des Essen war auch nich so schlecht. Leider hatte ich keinen Fensterplatz. So, nach einer Weile kamen wir in der Schlange bis zu einem Mann vor, der uns einzeln an Schalter geschickt hat. „Nun wirds ernst“, dachten wir uns, aber *surprise surprise* wir haben alle 3 ohne Probleme eine Aufenthaltsgenehmigung von einem Jahr bekommen. Danach waren wir sehr erleichtert und kamen dann mit Vorfreude aber auch sehr ermüdet vom langen Fliegen in Orlando an. Nachdem wir unser Gepäck hatten machten wir uns auf den Weg nach draussen, oder besser gesagt zu dem Ausgang wo die Taxen und shuttles der Hotels die Leute aufgreifen, denn ihr müsst wissen, unsere erste Nacht in den USA verbrachten wir in einem Hotel. Dort gabs alles was wir brauchten,- ein sauberes Bad, Betten, und was wir eher nicht brauchten war der Fernseher mit 70 verschiedenen Kanälen ^^ jaja, Amerika weiß was einen süchtig macht. Am nächsten Tag wurden wir dann von G. und H., von BVS (Brethren Volunteer Service) , der Partnerorganisation von EIRENE abgeholt und nach Gotha, nur ne halbe Stunde entfernt, ins Camp Ithiel gebracht, wo unser nächster Vorbereitungskurs auf uns wartete. Dort verbrachten wir 3 Wochen, die wirklich mindestens so toll waren wie der AK in Deutschland, vor allem weil alles neu für uns war. Und damit die orientation auch für viele weitere Freiwillige eine neue Erfahrung wird, werde ich nur meine persönlichen Highlights nennen, obwohl die orientation an sich ja ein großes Highlight ist...hhhmm ;) also ich sag mal soviel, dass man dort auch noch viel neues erfährt und es nich nur ne Wiederholung vom Ausreisekurs ist und dass man dort echt tolle Leute kennenlernt. Manchmal weniger wie in unserem Fall (wir waren 8 Leute), und manchmal mehr. Die orientation war für mich auch eine super Vorbereitung was die Sprache betrifft, auch wenn 4 Leute dort deutsch verstanden haben oder auch gut sprechen konnten ( Da denkt man, man ist in einer völlig anderen Kultur und dann sowas ^^ ) . Was ich auch erfahren hab und was mich echt erstaunt hat war, dass viele Amerikaner, die an der Ostküste leben sehr stolz auf ihre europäischen Wurzeln sind. Die nennen sich sogar german-american oder french-american etc. . Des fand ich echt krass! Ich dachte halt, Amerika und ihr Nationalstolz, aber ich hab auf der orientation so viele Leute kennengelernt, die überhaupt nich stolz auf ihr heutiges Amerika sind. Und genau des hab ich gehofft zu finden J - Amerikaner, die nich alles toll finden, was ihre Regierung macht. Dazu gibts auch ein tolles Projekt in Washington, welches sich in dieser Richtung engagiert. Aber genug jetzt davon. Wie ihr seht, hab ich viel erlebt in den 3 Wochen, dazu kommen dann noch die üblichen Bilder, die bestätigt werden, wie die kilometerlangen Fastfoodketten an den Straßen und die richtig dicken Autos auf den Straßen ( sehr viel bling-bling!!) und die Gewehre im WalMart und die kleinen villages, die eingeschlossen von Mauern und Zäunen ihre eigene heile Welt erhalten wollen, was ich echt lächerlich find, aber naja. Und als Abschluss der drei Wochen hab ich meine erste Fußwaschung bekommen und auch gegeben, und ich fands echt eine sehr angenehme und positive Erfahrung, mehr will ich nich verraten ;) . Dann kam der Abreisetag in die Projekte am 16.02.07- oder wie die Amerikaner des schreiben 02/16/07. Wieder musste man sich von Menschen für eine längere Zeit verabschieden, die man sehr zu schätzen gelernt hat und mit denen man sehr viel geteilt hat. Besonders schwer fiel mir der Abschied von Laurin und Martin. Wir haben so lange zusammen gelebt und soviel zusammen erlebt! Aber trotzdem wollte ich endlich in mein Projekt und so ging jeder seiner Wege. Mein Weg führte mich in den kalten Norden, nach Massachusetts, genauer nach Monterey zur Gould Farm. Dort angekommen wurde ich von Nora, meiner Vorgängerin abgeholt, die mir gleich mal einen Crashkurs in Sachen Gould Farm gab. Nachdem wir uns gut unterhalten hatten ( wir haben uns auch ganz gut verfahren ^^ ) kamen wir endlich abends um 10 auf Gould Farm an. Nach einer kleinen Sightseeingtour, die mir leider bei der Dunkelheit nich wirklich sehr viel gebracht hat, stiegen wir beim Mainhouse aus. Dort befindet sich der große Speiseraum, der Fernsehraum, viele Büros, 3 Computer zur freien Nutzung, und im 2 Stock mein erst vor kurzem renoviertes Zimmer J. ( Es ist geräumig, hat nen sehr bequemen Fernsehsessel mit ausklappbarer Fußablage...jaja,ich hör schon auf ^^ auf jeden Fall ist es sehr schön und ich muss nicht wie die meisten anderen volunteers jeden Tag 5 minuten zum Essen laufen bzw. Fahren ( was die meisten hier tun). Und was ich auch noch toll finde ist, dass es hier ständig frische Milch gibt, so viel man will ( is für ne Farm vielleicht auch nich sehr unüblich, aber für einen Milchliebhaber wie mich einfach traumhaft. So, erstmal genug von all den schönen Dingen, ist mal wieder Zeit für nen Schocker !! – Es gibt soweit ich in allen Supermärkten sehen konnte...jetzt kommts... KEIN MINERALWASSER!!! L Des hat mich echt mitgenommen. Wenn man mit Mineralwasser aufgewachsen ist, dann ist des nich leicht. Ich bin gleich in der ersten Nacht aufgewacht und hatte so ein Verlangen nach Mineralwasser, echt, des war nich mehr schön. Aber an des werde ich mich wohl gewöhnen müssen. So, jetzt weiter im Text. Die erste Woche in meinem Projekt war klasse, auch wenn sie anstrengend war, hab ich sie sehr genossen. Die Leute hier haben mich gleich alle sehr warmherzig aufgenommen und was ich ober witzig fand war, dass alle meinen Namen wussten obwohl ich ihren noch gar nich kannte ^^ des kommt daher, dass sie jeden neuen Gast oder Freiwilligen offiziell ankündigen. Jaja, die Sache mit den Namen merken ist wohl des Schwierigste in der ersten Woche, aber auch herauszufinden, wer ein guest (Patient) ist und wer ein volunteer. Des is schwer zu glauben, aber es ist echt nich leicht des herauszufinden. Inzwischen kann ich glaub so um die 40 Namen, was ca. der Hälfte aller Leute hier entspricht. Was es für mich auf jeden Fall leichter macht, mir die Namen zu merken ist meine 2 wöchige orientation hier. Das heißt, dass ich in den 2 Wochen in nahezu allen Bereichen der Farm arbeite und so die Leute, die dort arbeiten, kennenlerne. Gould Farm hat viele Teams, die alle ihren Arbeitsbereich haben und jeder guest ist Teil mindestens eines Teams. Die Teams sind ( des wird jetzt etwas trocken,aber ist wichtig zu wissen) : - Client Services and Residential : sind im organisatorischen Bereich von täglichen Bedürfnissen tätig - Community Health,Education&Training: des sind alle ärztlichen Dinge sowie alles was mit Beratung zu tun hat ( nur staff und volunteers) - Administration: die sind für alle organisatorischen Dinge im Bereich Freiwilligenauswahl, Akten erstellen,Personalwesen etc. zuständig ( größtenteils staff ) - Forestry&Grounds: ist zuständig für die Sauberkeit des ersten Stocks im Main House und für Sachen die Brennholz, oder auch das tree tapping betreffen - Kitchen : Küche halt, alles was mit Nahrung zu tun hat fällt in ihren Bereich. - Housekeeping: ist für die Sauberkeit in allen öffentlich zugänglichen Häusern zuständig. - Maintenance&Safety: darunter fällt alles was mit Instandhaltung an Heizanlagen oder sonstigen häuslichen Geräten oder Möbeln zu tun hat und die Sicherheitsvorkehrungen, wie Feuerlöscher . - Farm: alles was mit den Tieren, Milchgewinnung, Käseherstellung, Heu machen etc. zu tun hat. - Harvest: dort werden Süßwaren zum Verzehr und auch zum Verkauf hergestellt ( z.B im Roadside Café und auch im Erdgeschoss der Harvest Barn ) - Garden: sind zuständig für die Anpflanzung auf den Feldern, Ernte etc. - Trade Shops: ist zuständig für die Instandhaltung aller Farmfahrzeuge. - Community Resources: zuständig für organisatorische Angelegenheiten im Bereich Rezeption, Post, Produktverpackung und Anfragen für Produkte. - Roadside Store&Café: Ist halt ein kleines Restaurant,( mir fällt kein besseres Wort dafür ein) wo bewirtet wird und auch Produkte der Farm verkauft werden So, ich hoffe, dass ihr des einigermaßen verstanden habt J und wenn nich auch nich so schlimm, denn ich muss des wissen und nicht ihr ;) Ich hab bisher bei Forestry&Grounds, der Farm und bei Roadside gearbeitet. Die Farm hat mir eindeutig am besten gefallen, auch wenn ausmisten nich grad des schönste is was viele sich vorstellen, aber die Tiere um sich zu haben is einfach toll J !! Ich werd noch in der Harvest Barn arbeiten und im Team Garden und danach ist meine orientation fertig und ich werd vollzeit im Roadside Café arbeiten. Dort is leider nichts mit relaxen, weil man da Gäste bedienen muss. Aber trotzdem find ich es echt gut dort zu arbeiten, weil man da echt gefordert wird und ich lernen werde die besten Pancakes zu machen, die es hier in der Umgebung gibt ( ich hab einen Pancake mit Erdbeeren,Bananenstückchen und original GouldFarm-AhornSyrup gegessen und ich war einfach baff J die sind echt der Wahnsinn!! ). Einer meiner Vorgesetzten dort ist ein Schweizer und kann deutsch ^^ ist die Welt nicht klein?! Und jetzt noch was sich bestimmt alle gefragt haben: „was ist tree tapping?“. Des is die Bezeichnung für die Gewinnung des Baumsaftes. Man sticht jetzt sehr einfach gesagt ein Loch in die Rinde und klemmt nen Eimer drunter und dann fließt der Saft in den Eimer,klingt komisch, is aber so ^^ und mit dem Saft, den man kocht, wird der Syrup hergestellt. Nun ein paar abschließende Worte: Ich finds hier bisher einfach klasse und bin überzeugt dass des Projekt die richtige Wahl für mich war. Und ich freu mich auf die nächsten 10/11 Monate hier.

Jürgen Bartel

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