Das FSJ und ADiA Informationsportal

Menu:


Login:

Name

Passwort
Registrieren

Workcamps:

- im Kinderheim
- mit Behinderten




Forum:

Freiwill...
Ecuador...
Auslands...
Freiwill...
ORGANISA...

Erfahrungsbericht - USA

Autor: Willem Rabe
Projekt: Su Casa
Träger: EIRENE International 




Die sehr gut geschriebenen Rundbriefe von Willem Rabe kannst du hier downloaden:

1. Rundbrief - Oktober 2007 -> Download
2. Rundbrief - Februar 2008 -> Download
3. Rundbrief - Juni 2008 -> Download
4. Rundbrief - Oktober 2008 -> Download



Von Außen wirkt Su Casa recht un­scheinbar. Man muss sich schon auf einige Schritte nähern, um den Schrift­zug Catholic Worker Community über dem Eingang entziffern zu können. Ein Metallkreuz auf dem Dach und ein klo­bigeres Exemplar aus Glasbausteinen zeugen von Zeiten, in denen das Ge­bäude noch als Kloster diente... Durch eine gläserne Doppeltür und eine Treppe gelangt man ins Inne­re. Dort findet man sich in einem Flur wieder, dessen holzverkleideten Wände Erinnerungen an die Jugendherbergen wecken, in denen es damals, in der dritten Klasse, immer so modrig roch- nichts für Ungut Frau Brücher! Von den Vormietern ist übrigens kaum etwas zu spüren, die Mönche hat man outgesourced. Das war Anfang der 90er, als eine klei­ne Gruppe ambitionierter Menschen, angeführt von Bruder Denis Murphy, das Gebäude für den symbolischen Be­trag von einem Dollar kaufte und hier ein Catholic Worker House gründete. In den ersten Jahren diente es als Asyl für Folterüberlebende aus Lateinameri­ka. Damals bekannt unter dem Namen Central American Martyrs Center, än­derte Su Casa seine Mission, nachdem die USA ihre Einwanderungspolitik ver­schärften. Heute ist Su Casa ein so genanntes Shelter. Wir bieten wohnungslosen spanischsprachigen Familien bis zu ein Jahr Unterkunft und diverse Leistungen wie wöchentliche Sitzungen mit unserer Sozialarbeiterin, Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe, Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel und Schulbedarf, Tele­fon und Internetzugang und monatliche Ausflüge in Chicago und Umgebung. Im Gegenzug müssen die Mütter sich aktiv für eine Verbesserung ihrer Situ­ation einsetzen. Das schließt ein, dass sie entweder einer Arbeit nachgehen oder sich in einer Form von Schule befinden, einen bestimmten Teil ihres monatlichen Verdienstes sparen und am Gemeinschaftsleben teilnehmen. Werktags essen wir gemeinsam zu Abend, jede der Mütter hat einen fes­ten Kochtag. Alle zwei Wochen findet ein Haus­treffen statt, in dem sich die Frei­willigen und die Mütter zusammensetzen, um allerhand Organisatorisches zu besprechen. Außerdem findet wö­chentlich ein Teamtreffen statt, in dem wir Freiwilligen uns gegenseitig auf den neuesten Stand bringen und diverse Aktivitäten wie Ausflüge oder Feiern besprechen. Jeder Freiwillige kümmert sich um ein bis zwei feste Aufgabenbereiche, z.B. Nahrungsbeschaffung, Werbung und Verwaltung externer Frei­williger, Hausmeistertätigkeiten, Aktivi­täten und Feiern. Ich bin unter anderem für Instandhal­tung verantwortlich. Eine Aufgabe, die einer gewissen Komik nicht entbehrt. Die Rauchmelder im Haus sind bei­spielsweise mehrere Jahrzehnte alt. Das Dach ist undicht. Der Ofen in der Küche funktioniert nach Lust und Lau­ne, während unser großer Kühlschrank schon mal das Gemüse schockfrostet. Sanitäre Anlagen und Boiler lasse ich an dieser Stelle unerwähnt. Ich muss also öfters mal externe Dienst­leister hinzuziehen, um der vielseitigen Probleme Herr zu werden.

Ein Kommentar zu diesem Bericht schreiben